Beiträge der gesetzliche Krankenversicherungen steigen deutlich – Lohnt sich ein Wechsel?

Zum ersten Januar erhöhen die meisten deutschen gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge. Am stärksten wird es voraussichtlich die Versicherten der DAK treffen.

Drei Jahre lang herrschte Ruhe an der Beitragsfront der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit im Januar 2015 der Gesetzgeber den Kasse das Recht gab, selbst über den vorher bei 0,9 Prozent fixierten nur von den Versicherten zu zahlenden Teil des Beitragssatzes von 15,5 Prozent zu entscheiden, gab es erst mal seit langem sogar Beitragssenkungen bei einigen Kassen.

Doch diese guten Zeiten sind vorbei. Bei der Mehrzahl  der 123 Kassen geht es zum 1. Januar mit den Beitragssätzen nach oben. Den Vogel wird nach Informationen des Handelsblatts die DAK abschießen. Sie muss ihren Zusatzbeitrag von derzeit 0,9 Prozent wohl um mindestens 0,5 Prozent anheben und wird dann mit einem Gesamtbeitrag von 16 Prozent die teuerste Kasse sein.

Die Beitragserhöhungen sind leider keine Eintagsfliege. „In Zukunft rechnen wir jedes Jahr mit einem Anstieg um durchschnittliche 0,2 Prozentpunkte“ sagt der Chef des Verbands der Ersatzkrankenkassen, Christian Zahn.

Höchste Zeit also, über einen Kassenwechsel nachzudenken.

Am Freitag beschloss die Techniker Krankenkasse (TK) – Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse – ihren Beitragssatz für 2016. Kassenchef Jens Baas hat bereits vor Wochen  bekannt gegeben, wie sein Beschlussvorschlag für den Verwaltungsrat aussieht: Um 0,2 Prozent soll der zurzeit mit 0,8 Prozent leicht unter dem Durchschnitt liegende Zusatzbeitrag steigen.

Die TK wird damit auch 2016 mit einem günstigen Beitragssatz von insgesamt 15,6 Prozent glänzen. Denn im Durchschnitt werden die Zusatzbeiträge aller 123 Kassen nach der amtlichen Prognose des Schätzerkreises von  Bundesgesundheitsministerium, GKV-Spitzenverband und Bundesversicherungsamt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent steigen, der Gesamtbeitrag somit auf durchschnittlich 15,7 Prozent.

Die TK bleibt damit auf der sicheren Seite.  Ihre Rücklagen sind so hoch, dass sie eigentlich auch mit einem niedrigeren Zusatzbeitrag auskommen würde. Doch dann müsste sie in ein oder zwei Jahren, wenn die Rücklagen aufgebraucht sind, umso stärker erhöhen. „Das wollen wir vermeiden“, sagt TK-Chef Baas.

Die Krankenkassen begründen den zusätzlichen Finanzbedarf mit steigenden Ausgaben für Leistungen etwa im Krankenhausbereich, für niedergelassene Ärzte und Arzneimittel. Da Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur den gesetzlich festgeschriebenen Beitrag von 14,6 Prozent zu gleichen Teilen zahlen, müssen die Versicherten alle Kostensteigerungen über die von ihnen allein zu tragenden Zusatzbeiträge übernehmen.

Kommentar Marc C. Priebe:
Gerne bin ich Ihnen bei der Wahl der richtigen gesetzlichen Krankenversicherung für Sie behilflich. Den administrativen Aufwand nehme ich Ihnen ab. Dabei können Sie in den meisten Fällen Ihren Beitrag reduzieren und an einigen Stellen Ihren Versicherungsschutz individualisieren. Innerhalb des Systems liegen mittlerweile große Unterschiede vor, die sich wahrscheinlich von Jahr zu Jahr weiter vergrößern.

Sofern Sie die Möglichkeit haben sich in der Privaten Krankenvollversicherung zu versichern, biete ich Ihnen eine gemeinsame Bewertung/Analyse an, ob ein Wechsel des Systems für Sie Sinn macht. Es wird verschwiegen, dass nicht nur der Beitragssatz zukünftig regelmäßig steigt, sondern dass auch die Beitragsbemessungsgrenze nahezu jedes Jahr angehoben wird. Damit vergrößert sich die Basis, auf der der GKV-Beitrag berechnet wird.