Bausparen und Bauspardarlehen sowie der Bausparvertrag

Mit einem Bausparvertrag können Sie vorausschauend den Grundstein für Ihre eigene Immobilie legen. Wer zukünftig bauen will, kauft sich beim Bausparen Sicherheit.

Bausparprinzip:

Als Teil einer Bauspargemeinschaft sparen Sie zunächst zielgerichtet Guthaben für Ihre Immobilie, Baumaßnahme, Sanierung, Modernisierung oder Entschuldung an und erhalten während dieser Zeit Guthabenzinsen. Mit der Ansparung des Guthabens erwerben Sie gleichzeitig den Anspruch auf ein späteres zinsgünstiges und zinsfestes Bauspardarlehen.

Die Bausparkassen haben ihre Tarifwerke der Niedrigzinsphase angepasst, ihre Konditionen können es mit denen der Banken aufnehmen. Die Darlehenszinsen sind ebenfalls niedrig, und was noch wichtiger ist: Sie bleiben es, egal, wo die Kapitalmarktzinsen in 10, 15 oder 20 Jahren stehen.

Die Ansparphase ist mindestens so wichtig wie die Darlehensphase. Denn bevor eine Bausparkasse ein Darlehen auszahlt, muss der Kunde jahrelang Geld auf ein Konto einzahlen. In dieser Zeit erhält der Bausparer normalerweise einen relativ geringen Zinssatz. Aber gerade in der Niedrigzinsphase ist der „Preis“ des Bausparens, der Zinsverzicht beim Sparen, besonders gering, da die sicheren Alternativanlagen häufig noch niedriger verzinst werden.

Für wen ist Bausparen lohnenswert:
Trotz des Zinstiefs gibt es Gruppen, für die ein Bausparer sinnvoll sein kann - etwa wegen staatlicher Zulagen. Unterhalb eines zu versteuernden Jahreseinkommens von 25.600 Euro für Ledige und 51.200 Euro für Verheiratete haben Bausparer, die älter sind als 16 Jahre, Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Sie beträgt 8,8 % des jährlichen Sparbetrags - doch dieser Betrag ist auf 512 Euro beschränkt, sodass es nur rund 45 Euro dazugibt. Verheirateten winkt das Doppelte. Je nach Zahl der Kinder steigt die Einkommensgrenze. Wer die Förderung nutzt, muss allerdings mit dem Geld des Bausparvertrags bauen, umbauen, renovieren oder eine Immobilie kaufen. Wer das Ersparte anderweitig nutzt, muss die Förderung zurückzahlen. Nur Bausparer, die bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre sind, haben - trotz Förderung - die freie Wahl. Gleiches gilt für Verträge, die vor 2009 geschlossen wurden, allerdings erst ab dem achten Jahr der Laufzeit.

Noch etwas strenger sind die Regeln beim Wohn-Riester. Hier muss der geförderte Bausparvertrag zum Bau, Kauf, Umbau oder zur Renovierung von selbst genutztem Wohnraum eingesetzt werden. Riestern lohnt sich vor allem für Familien: Wer vier Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens, höchstens aber 2.100 Euro anspart, bekommt 154 Euro jährlich vom Staat; der Ehepartner erhält den gleichen Zuschuss. Für jedes vor 2008 geborene Kind gibt es 185 Euro, für jüngere Kinder sogar 300 Euro.

Wer in einigen Jahren modernisieren oder umbauen möchte, kann sich mit einem Bausparvertrag die aktuell niedrigen Zinsen sichern. Anders als bei Neubau oder Kauf reicht das Bauspardarlehen, um den kompletten Umbau zu stemmen. Wenn er dazu dient, den Energieverbrauch zu senken, oder dafür sorgen soll, dass die Immobilie seniorengerecht wird, können Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstiger sein.

Mithilfe eines Bausparvertrags kommen auch Kunden mit schlechter Bonität an einen Kredit. Das nutzt etwa Rentnern, die noch eine Restschuld zu begleichen haben und wegen ihres Alters keinen Kredit bekommen. Oft kann ein zusätzliches Darlehen aufgenommen werden, selbst wenn eine zusätzliche Grundschuld nicht mehr im Grundbuch eingetragen werden kann.

Für wen Bausparen nicht lohnenswert ist:
Abseits der Förderung oder von kleineren Vorhaben verliert Bausparen seinen Charme. Wer etwa mithilfe eines Bausparvertrags in ca. 10 Jahren ein Eigenheim erwerben will, kann ein Problem bekommen - vor allem wenn der Preis der Immobilie über der Bausparsumme liegt, denn für den zusätzlich benötigten Kredit gibt es keine Zinssicherheit. Den gesamten Kaufpreis per Bausparvertrag zu finanzieren ist utopisch.

Auch Kombikredite, die ein endfälliges Darlehen mit einem gleichzeitig abgeschlossenen Bausparvertrag verbinden, sind keine gute Wahl. Der Bausparer zahlt zunächst nur die Darlehenszinsen. Anstatt zu tilgen, wird der Bausparvertrag aufgefüllt. Ist dieser zuteilungsreif, wird mit der Bausparsumme das Darlehen getilgt. Die Darlehensphase des Bausparvertrags beginnt, wenn dessen Zins- und Tilgungsraten bedient werden müssen.

Auch bei diesen finanziellen Fragen ist Beratung wichtig.

Wir stellen Ihnen Tarife von mehreren Bausparkassen zur Verfügung.

Ob für Sie ein Bausparvertrag sinnvoll ist und welcher Tarif zu Ihnen passt, klären wir gerne mit Ihnen.